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Was macht exzellente Führung aus?

Was macht exzellente Führung aus?

Es gibt eine Reihe von Eigenschaften, die große Führungspersönlichkeiten auszeichnen. Eine der grundlegendsten: Sie akzeptieren und respektieren Menschen als individuelle, einmalige und einzigartige Persönlichkeiten. Sie schätzen sie in ihrer menschlichen Individualität. Und sie gehen wertschätzend mit ihnen um. „Führen heißt dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter aufrechter nach Hause gehen“, bringt es der Benediktinermönch und Management-Autor Anselm Grün auf den Punkt.

Hervorragende Führungskräfte – ich nenne sie ©lean leader – sehen ihre Mitarbeiter nicht nur als Träger einer Funktion und als Mittel zum Zweck. Sie sehen sie weniger als Werkzeug, denn als Ziel der eigenen Arbeit. Der Mensch, die Talente und Stärken von Menschen sind der Fokus des Handelns der Führungspersönlichkeiten. Ihr Grundsatz: „Ich will dem Mitarbeiter helfen, mehr zu tun als das, wozu er sich selbst imstande sieht.“ Genau auf diese Weise machen Sie Geführte zu Folgenden. Und zwar nicht im Sinne von „blindem Gefolgsam“, der aus autoritär erzieltem Gehorsam stammt, sondern im Sinne von freiwilliger Gefolgschaft, die auf zugewiesener Autorität beruht. Followship ist wichtig für Leadership. Denn der Mensch steht im Zentrum des Führungshandelns.

Steht der Mensch wirklich im Zentrum Ihres Führungshandelns?

Leider gibt es diesbezüglich allzu viele Lippenbekenntnisse. Ich erlebe das immer wieder: Immer wenn ich in meinen Vorträgen, Coachings und Seminaren nach dem Glaubenssatz „Der Mensch steht im Zentrum meines Führungshandelns“ frage, so ernte ich große Zustimmung. Tatsächlich glauben viele Führungskräfte, dass dies „die richtige“ Einstellung sei. Die Realität aber sieht doch anders aus – und dies beweist sich leider auch in vielen Fehlern, die nicht zuletzt in der (Wirtschafts-)Krise offenbar wurden und werden: Produktion und Wachstumsdruck haben längst nicht mehr den Menschen im Mittelpunkt. Dies ist vielmehr zum Selbstzweck mutiert. Zudem richtet sich die Bespitzelungs- und Ausforschungspraxis einiger Unternehmen, die in den letzten Jahren ruchbar wurde, gegen den Menschen: Falsch verstandenes Führungshandeln betrachtet Mitarbeiter in diesem Zusammenhang nicht als Menschen, sondern in erster Linie als Unternehmensschmarotzer unter Generalverdacht. Als negativen Wertschöpfungsfaktor.

Ähnliches gilt im Übrigen auch für die Kunden. Nicht nur erweist sich, dass auch die „Beute“ Kunde bis ins letzte Datum, bis zur letzten digitalen Information ausgeforscht wurde – und zwar, ohne dass daraus Verbesserungen von Produkten, Services oder Angeboten abgeleitet wurden. Die Produktion verlor auch allzu oft das menschliche Maß des Kunden aus den Augen. Kunden, die nicht mehr verstehen, was sie kaufen sollen, die der neuesten Technologie, dem alleskönnenden Handymikrowellenfernsehrasierer mit mp3-Musikplayerfunktion und integriertem Navigationsgerät heillos unterlegen sind, die dümmer scheinen als die smarten Finanzanlageprodukte, die sie kaufen sollen, denen immer schneller immer mehr vom Gleichen angeboten wird. Auch hier fehlt eine alte Tugend der ©lean leader: der Respekt.

Leider kommen die wenigsten Vorbilder aus der Wirtschaft

Wer glaubt, dass der Mensch in seiner Wesenheit im Zentrum des eigenen Führungshandelns steht, sollte auch wirklich danach handeln. Nur wenn Sie als Führungskraft Ihr Handeln konsequent an einem unterstützenden Menschenbild ausrichten, können Sie Vorbild für Ihre Mitarbeiter und Mitmenschen sein! Denn so können Sie Menschen – Mitarbeitern – helfen, eine Lebenslinie zu finden, das zu tun, wozu sie am besten in der Lage sind. Doch die  Vorbilder der wenigsten Menschen kommen aus der Wirtschaft . Das zeigt eine Studie des strategischen Consulting-Unternehmens Accenture. Die am meisten gewünschten Charaktereigenschaften Sozialkompetenz, Kommunikationskompetenz und vorbildliche Lebensführung und -einstellung fanden die  250 Befragten leider nicht in der Berufswelt, am eigenen Arbeitsplatz, unter ihren Vorgesetzten.

Wollen Sie Vorbild sein? Dann überprüfen Sie Ihr eigenes Menschenbild

Bin ich der Einzige, den solche unethischen Zustände in der Arbeitswelt stören? Bestimmt doch nicht!  Sie doch auch! Sie wollen als ©lean leader doch mit Ihren besonderen Kompetenzen Menschen so führen, dass sie Sie als Vorbild ansehen und Ihnen folgen! Freiwillig und aus Überzeugung folgen, weil sie spüren, dass Sie sie ernst nehmen. Ein menschen- nicht funktionsorientiertes Menschenbild haben und dies auch authentisch und stimmig leben! Überprüfen Sie das doch am besten! Hier zwei Anregungen, mit deren Hilfe Sie Ihr eigenes Menschenbild und jenes, das in Ihrem Unternehmen vorherrscht reflektieren können:

  • Formulieren Sie, was Ihr Menschenbild ausmacht. Woran glauben Sie in der Zusammenarbeit und dem Zusammenleben mit anderen Menschen – und zwar zutiefst im Inneren, wo Sie auch Ihre Vorurteile „verstecken“. (Klingt einfach, ist aber eine Herausforderung!)
  • Beschreiben Sie nun, wie Sie das in der Kultur Ihres Unternehmens empfinden. Welches Menschenbild wird dort gelebt?

Nur wenn Sie hier Klarheit haben, können Sie authentisch führen und authentische Werte vermitteln. Es gilt: Wer nicht weiß, wo er steht, kennt auch nicht die Richtung, in die er gehen muss – und noch viel weniger, wohin er andere führt.

Regelmäßig Eigen- und Fremdbild abgleichen!

Ihr (Führungs-)Verhalten ist immer dann authentisch und verbindlich, wenn es erstens von Ihnen selbst und zweitens von Außenstehenden – wie eben Ihren Mitarbeitern – so empfunden wird. Doch Vorsicht: Sie persönlich können Ihr Handeln auf Basis Ihrer inneren Werte, Ihrer Überzeugungen als authentisch oder aufgesetzt beurteilen – Außenstehende oder Ihre Mitarbeiter können das nicht. Denn diese haben im Allgemeinen keinen wirklichen Einblick in Ihre Wertebasis. Was sie beurteilen können, ist, ob Ihnen Ihr Verhalten als zuverlässig konsequent auf die Werte Ihres Unternehmens bezogen erscheint. Diese Art von Glaubwürdigkeit Ihrer Wirkung wird dann als authentisch empfunden. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, denn die meisten Menschen glauben, dass sie als authentisch oder kohärent handelnd empfunden werden müssten – empfinden sie sich doch auch so. Aber sie wissen, was sonst keiner weiß: was in ihnen vorgeht. Kurz: Eigen- und Fremdbild klaffen oftmals auseinander.

Mein Vorschlag: Machen Sie den Schritt vom „dumpfen Irgendwie“ zur konkreten Positionsbeschreibung. Holen Sie von Dritten – Ihren Mentoren, guten Bekannten, vertrauenswürdigen Kollegen – möglichst detailliertes Feedback darüber ein,

  1. wie Ihre Außenwirkung im System Unternehmen, Business, Privatleben ist. Hier geht es um Beschreibungen, nicht um Wertungen!
  2. welche Vermutungen diese bezogen auf Ihr Wertesystem hegen. Also Vermutungen darüber: Was treibt Sie wirklich an, welche Überzeugungen sind Ihnen wichtig?
  3. wie stark in Übereinstimmung mit diesen Werten handelnd Sie wahrgenommen werden?

Gleichen Sie nun Eigenbild und Fremdbild miteinander ab. Ich verspreche Ihnen, Sie werden zu neuen Einsichten gelangen! Nicht nur darüber, was das Ihnen „unterstellte“ Wertesystem ist, sondern auch als wie stark „in Übereinstimmung mit sich selbst“ Sie empfunden werden. Nur kohärentes Handeln ist fokussiert, klar und einfach erfolgreich!

 

Geschrieben von: Andreas Buhr

Andreas Buhr, die "Umsatz-Maschine“, ist einer der bekanntesten Speaker im Bereich Führung und Vertrieb. Der Experte für VertriebsIntelligenz® und ©lean leadership ist Vollblutunternehmer und erfolgreicher Trainer, Buchautor, Referent und Inhaber Buhr & Team Akademie für Führung und Vertrieb AG.
Webseite: http://www.buhr-team.com/

 
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